(phir milenge=bis bald)
Nur noch vier Tage sind es nun bis zu meiner Abreise nach Deutschland und ich blicke dem Start meines Flugzeuges erwartungsgemäß mit gemischten Gefühlen entgegen. Zunächst: Natürlich freue ich mich darauf euch alle wieder zu sehen, das steht ja ganz außer Frage. Aber so ganz leicht fällt mir der Abschied aus der Megalopolis Bombay auch nicht. Mein letzter Indienaufenthalt im Jahr 2004 war ja vornehmlich durch stetige Ortswechsel geprägt, da war es eine Reise durch den Subkontinent. Diesmal war ich fast ausschließlich an einem Ort – von den Trips nach Hampi und Goa einmal abgesehen. Man mag es kaum glauben aber dadurch habe ich ein echtes Heimatgefühl zu diesem Moloch hier entwickelt. Auch wenn es stinkt, chaotisch, laut und an vielen Stellen elend ist – diese Stadt nimmt einen so herzlich auf, dass es schwer fällt sich aus ihren tropisch warmen Umarmungen wieder zu lösen. Wie werde ich es vermissen mich mit einer Rikscha durch den Verkehr zu wühlen oder für 80 Cent ein vollwertiges Essen zu bekommen. Mir fehlen jetzt schon die immer zu Scherzen aufgelegten Leute in den Straßen und das bunte Treiben auf den verschachtelten Bazars. Das kosmische Chaos, das hier das Leben bestimmt, wird wieder einem detailliert geregelten deutschen Alltag weichen müssen – mit garantiert an Ampeln haltenden Autos und blessurenfreiem Einsteigen in die S-Bahn. Ganesh und Shiva werden auch nicht mehr an jeder Straßenecke für eine spontane Anbetung zur Verfügung stehen und die allgegenwärtig herumlungernden Hunde haben in Deutschland Namen und laufen gesittet an der Leine. (Im Gegensatz dazu sind Kühe bei uns namenloses Schlachtvieh und anders als hier auf der Straße selten anzutreffen.)
Jessy, die hier MA-Arbeit schreibt, werde ich leider auch bis auf weiteres hier lassen müssen, denn Forschung in Indien läuft, wie ich am eigenen Leibe erfahren konnte, anders als bei uns: chaotisch, zeitintensiv und bisweilen entmutigend. Aber am Ende wird, um es mal mit Nina Ruge zu sagen, alles gut.
Natürlich blase ich jetzt nicht nur Trübsal. Ich komme mit einem enormen Wissens- und Erfahrungszuwachs zurück nach Deutschland und gehe in die Endphase meines Studiums. Das Praktikum hat mich in meinem selbst gewählten Südasienfokus nur bestätigt und bietet vor allem viele Anknüpfungsoptionen. Jetzt heißt es aber erstmal den Frühling in Berlin und Greifswald beim Ausbrechen zusehen und mit allen ein ordentliches kühles deutsches Bier trinken. Prost! ![]()

4 Antworten bis jetzt ↓
1 Marinha // Mrz 24, 2009 at 10:08
Yes Alex… Phir Milenge!!
Bombay and Berlin aren’t going anywhere…
2 Tanke ganz viel Wärme... // Mrz 25, 2009 at 00:12
…..genieße die letzten Tage in Bombay, Alex!!!!!
Und BITTE… bring Sonne mit, ja??!!!! Hier erreichen die Temperaturen mal wieder eisige Tiefstrekorde.
Lieben Gruß aus der viel zu kalten Hauptstadt
Julia
3 Jensn // Mrz 26, 2009 at 17:27
Hier sind es -10 Grad UND Sonne!
Ich hoffe du bist gut über die sibirische Taiga gekommen, da müsste meinen Überlegungen nach der Flieger langgeflogen sein. Und dann vermutlich über Finnland und Schweden nach London rein. Naja!
Jedenfalls danke für dieses tolle Blogprojekt hier, bei dem man die Chance hatte eine Microperpektive in eine Kultur zu erlangen, die zu weit weg ist, um ihren Atem über Nachbargrenzen hinweg zu atmen, und die so anders ist, das erst ein Freund hinreisen und davon berichten ist, bevor man in der Lage ist das Andere daran annäherend zu verstehen und schätzen zu lernen. Also, Danke und ein gutes Einfinden zurück! Grüße
4 Welcome.... // Mrz 28, 2009 at 06:03
…back, Alex!!!!!
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