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Mitschnitt der Sendung “Kulturbeutel” vom 02.11.2009

4. November 2009 · 1 Kommentar

Am 02.11.2009 war ich Studiogast beim Studentenradio 98eins in der Sendung “Kulturbeutel”, die ganz dem Thema Indien gewidmet war. Hier gibt es die Sendung nochmal zum Nachhören :-)

(Am Anfang laufen noch drei Minuten der Sendung Schlagerexpress – mit springender CD :-D)

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Wahlempfehlung zur Bundestagswahl 2009

21. September 2009 · Keine Kommentare

Am nächsten Sonntag ist Bundestagswahl – jener Tag an dem wir von unserem demokratischen Recht Gebrauch machen dürfen und dazu aufgerufen sind unsere Regierung zu wählen und damit die Politik der nächsten 4 Jahre zu bestimmen. Oft hat man das Gefühl, dass mit den zwei Kreuzen auf dem Wahlschein nichts entschieden wird und die politischen Eliten damit nur eine neuerliche Legitimation zur Machtausübung erlangen. Der Wählerwillen bleibt in Zeiten supranationaler Politik, bei der die nationalen Entscheidungskorridore durch EU-Richtlinien und Globalisierungsdruck sehr eng geworden sind, oft unterrepräsentiert. Dies führt zu geringer Wahlbeteiligung und Politikverdrossenheit und es entsteht ein Demokratiedefizit, weil die, die sich nicht repräsentiert fühlen auch nicht wählen gehen. Dies halte ich jedoch für das falsche Signal an die politischen Akteuere dieses Landes und möchte Euch deshalb dringend aufrufen auf jeden Fall zur Wahl zu gehen. In diesem Jahr ist die Bundestagswahl tatsächlich eine Richtungsentscheidung: Es geht um die Fortführung der großen Koalition oder um ein Regierungsbündnis zwischen CDU/CSU und FDP. Schwarz-gelb ist dabei auf jeden Fall zu verhindern! In den folgenden Zeilen möchte ich darum erörtern, warum eine große Koalition das kleinere Übel bei dieser Wahl ist.

Die große Koalition der vergangenen vier Jahre hat gezeigt, dass die großen Volksparteien austauschbar geworden sind, dass ihre Politik nur in wenigen Punkten differiert, dass also die Wahl zwischen CDU und SPD scheinbar keine Wahl zwischen zwei politischen Alternativen ist. Beide Parteien sind in die Mitte gerückt und haben dabei an Profil verloren. Dabei ist die CDU die Partei, die ihrer politischen Tradition noch am ehesten treu geblieben ist und die SPD jene Partei, die ihrer Stammwählerklientel der einfachen Arbeiter den Rücken zugekehrt und sich der (bildungs-)bürgerlichen Mitte zugewandt hat, was die Etablierung der Linkspartei im Parteiensystem zur Folge hatte. Ich möchte hier dennoch dazu aufrufen bei der anstehenden Wahl die SPD zu wählen und werde das im Folgenden kurz begründen.

CDU/CSU und FDP haben sich ein beiderseitigis Koalitionsversprechen gegeben und fordern eine “wachstumsorientierte Politik” als Strategie um aus der Krise herauszukommen. Kommt es zu einem schwarz-gelben Regierungsbündnis, werden allerdings die Politikinhalte belohnt, die die Krise erst befördert haben: Deregulierte Märkte, weniger staatliche Kontrollen für die Wirtschaft und Steuersenkungen für so genannte “Leistungsträger”, d.h. Besserverdienende. Zwar pocht Angela Merkel auf die soziale Marktwirtschaft, fährt aber trotzdem einen politischen Kurs, der den Abbau sozialer Sicherungssysteme und eine antiquierte Familienpolitik beinhaltet, in der verheiratete Ehepartner gegenüber Alleinerziehenden bevorteilt werden, auch wenn sie keine Kinder haben. Schwarz-gelb steht für Studiengebühren, will das völlig überalterte dreigliedrige Schulsystem beibehalten und tritt weiterhin dafür ein, dass Bildung Ländersache bleibt. Schwarz-gelb setzt auf die Karte wirtschaftsfreundlicher Politik und wird damit zwangsläufig die vielen Menschen, die nicht zu den sogenannten “Leistungsträgern” des Landes gehören, benachteiligen, z.B. indem sie sich gegen einen flächendeckenden Mindestlohn ausspricht, der in 20 von 27 EU-Ländern schon lange eingeführt wurde und nicht wie befürchtet zu weniger Jobs, sondern zu mehr Würde der Arbeit geführt hat. Es ist eine unumstößliche Tatsache, dass man von der Arbeit die man macht auch leben können muss und nicht noch zusätzlich staatliche Leistungen in Anspruch nehmen müssen soll, die den arbeitenden Menschen entwürdigen.

Es ist richtig, dass auch eine große Anzahl von Gründen gegen die Politik der SPD spricht, diese will ich hier jedoch jetzt nicht aufführen. Frank-Walter Steinmeier wird nach der Wahl am 27. September nicht Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden, dazu werden die Stimmen für die SPD nicht ausreichen. Die Koaltionsmöglichkeit rot-rot-grün wird sowohl von den Grünen als auch von der Linkspartei bisher abgelehnt und wäre auch ein wackeliges Experiment. Aus diesen Gründen ist die einzige Möglichkeit ein schwarz-gelbes Regierungsbündnis zu verhindern die Fortführung der großen Koaltion. Diese bedeutet vielleicht ein gewisses Maß an Stagnation, weitere vier Jahre Kanzlerin Angela Merkel und ist damit alles andere als eine gute politische Lösung. Aber sie ist besser als schwarz-gelb!

Ja, man kann auch die Grünen wählen, die ein solides Programm vorlegen und eine gute Politik versprechen. Allerdings wird den Grünen erstens keine Regierungsverantwortung zuteil werden und zweitens schwächen Stimmen für die Grünen die SPD. Auch die Linkspartei ist eine Wahlalternative, von der ich allerdings abrate, da linke Politik zur Zeit utopisches fordert und keinerlei verantwortungsvolle Politik verspricht. Auch die Wahl von Piratenpartei und Co wird letztenendes schwarz-gelb in die Hände spielen.

Ich rufe Euch aus den genannten Gründen für diese Bundestagswahl auf taktisch zu wählen. Der Wahlomat sagt auch mir ich soll grün wählen. Auch ich mag Frank-Walter-Steinmeier nicht und halte seinen Deutschlandplan für unglaubwürdig. Auch ich mag die SPD zur Zeit nicht weil sie so profillos geworden ist. Aber ich möchte um keinen Preis schwarz-gelb! Von daher rate ich bei der Bundestagswahl am 27. September mit der Zweitstimme die SPD zu wählen!

Mit besten Grüßen aus Greifswald,
Euer Alexander

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Phir Milenge Bombay

23. März 2009 · 4 Kommentare

(phir milenge=bis bald)

Nur noch vier Tage sind es nun bis zu meiner Abreise nach Deutschland und ich blicke dem Start meines Flugzeuges erwartungsgemäß mit gemischten Gefühlen entgegen. Zunächst: Natürlich freue ich mich darauf euch alle wieder zu sehen, das steht ja ganz außer Frage. Aber so ganz leicht fällt mir der Abschied aus der Megalopolis Bombay auch nicht. Mein letzter Indienaufenthalt im Jahr 2004 war ja vornehmlich durch stetige Ortswechsel geprägt, da war es eine Reise durch den Subkontinent. Diesmal war ich fast ausschließlich an einem Ort – von den Trips nach Hampi und Goa einmal abgesehen. Man mag es kaum glauben aber dadurch habe ich ein echtes Heimatgefühl zu diesem Moloch hier entwickelt. Auch wenn es stinkt, chaotisch, laut und an vielen Stellen elend ist – diese Stadt nimmt einen so herzlich auf, dass es schwer fällt sich aus ihren tropisch warmen Umarmungen wieder zu lösen. Wie werde ich es vermissen mich mit einer Rikscha durch den Verkehr zu wühlen oder für 80 Cent ein vollwertiges Essen zu bekommen. Mir fehlen jetzt schon die immer zu Scherzen aufgelegten Leute in den Straßen und das bunte Treiben auf den verschachtelten Bazars. Das kosmische Chaos, das hier das Leben bestimmt, wird wieder einem detailliert geregelten deutschen Alltag weichen müssen – mit garantiert an Ampeln haltenden Autos und blessurenfreiem Einsteigen in die S-Bahn. Ganesh und Shiva werden auch nicht mehr an jeder Straßenecke für eine spontane Anbetung zur Verfügung stehen und die allgegenwärtig herumlungernden Hunde haben in Deutschland Namen und laufen gesittet an der Leine. (Im Gegensatz dazu sind Kühe bei uns namenloses Schlachtvieh und anders als hier auf der Straße selten anzutreffen.)

Jessy, die hier MA-Arbeit schreibt, werde ich leider auch bis auf weiteres hier lassen müssen, denn Forschung in Indien läuft, wie ich am eigenen Leibe erfahren konnte, anders als bei uns: chaotisch, zeitintensiv und bisweilen entmutigend. Aber am Ende wird, um es mal mit Nina Ruge zu sagen, alles gut. ;-)

Natürlich blase ich jetzt nicht nur Trübsal. Ich komme mit einem enormen Wissens- und Erfahrungszuwachs zurück nach Deutschland und gehe in die Endphase meines Studiums. Das Praktikum hat mich in meinem selbst gewählten Südasienfokus nur bestätigt und bietet vor allem viele Anknüpfungsoptionen. Jetzt heißt es aber erstmal den Frühling in Berlin und Greifswald beim Ausbrechen zusehen und mit allen ein ordentliches kühles deutsches Bier trinken. Prost! :-)

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Back in Bombay

18. März 2009 · Keine Kommentare

Seit ein paar Tagen bin ich wieder zurück in Bombay. Mein Trip nach Goa hat durchaus Spaß gemacht, allerdings wollte ich ein bisschen früher zurück in die große Stadt um noch ein paar ‘Projekte’ zum Abschluss zu bringen. Das Hauptprojekt dieser Art lautet ‘Alex kauft sich ein Fahrrad’ :-) Das mag beim ersten Lesen vielleicht verrückt klingen - die geneigte Leserin wird sich fragen ‘Warum zum Teufel kauft der Kerl sich für die letzten Tage in Indien noch einen Drahtesel?’ Nun, diese Frage ist durchaus berechtigt, allerdings ist der Drahtesel gar nicht für die letzten Tage in Indien, sondern für die vor mir liegenden Tage. Ich habe nämlich beschlossen meine Heimreise auf dem Fahrrad zurückzulegen, dabei durch ein paar Krisenregionen zu gondeln (Afghanistan und Irak liegen ja auf dem Weg), im Anschluss ein Buch zu schreiben und zurück in Deutschland ganz groß mit einer eigenen Diavortragsreihe herauszukommen: ‘Auf dem Fahrrad durch den Orient - Reiseimpressionen von Alexander Köcher’. Glaubt ihr nicht? Gut! Ist nämlich Spinne :-D Die Wahrheit geht nämlich so: Während meiner Goareise habe ich mich mit meinem Sitznachbarn in einem local Bus unterhalten und ihm erzählt wie toll ich diese Fahrräder hier finde. So ein robustes eingängiges Hercules-Rad würde ich zu gern mit nach Deutschland nehmen. Daraufhin meinte meine Reisebekanntschaft, dass einige Fluglinien Fahrräder als Sportgerät transportieren und das gar nicht so teuer sei. Zurück in Bombay habe ich das sofort nachgeschaut und siehe da: British Airways, die Flugline die ab heute Empfängerin meiner ausdrücklichen Huldigungen und ewigen Danksagungen sein wird, transportiert ein Fahrrad zusätzlich zum Freigepäck KOSTENLOS mit! Als ich das auf der Website gelesen habe, habe ich mich sofort auf die Pirsch begeben und nach Preisen erkundigt. In Bandra fand ich dann den Fahrradhändler meines Vertrauens, Mr. Pushkar M. Vora, der mir kompetent und zuvorkommend mein Wunschfahrrad verkaufte. Es ist von der Marke Hercules und kostet umgerechnet 50 Euro. Derzeit wird es auseinandergeschraubt und sorgfältig verpackt, so dass ich es in den nächsten Tagen abholen und am 26. März einfach mit zum Flughafen nehmen kann. Na gut, so einfach wird das nicht, es wiegt nämlich einiges. Schließlich ist es kein Rennrad sondern ein hier allen Anforderungen und Lasten gewappnetes HERCULES-Fahrrad. Ich hoffe nun nur noch darauf das ich es 1) heil zum Flughafen bringe, 2) es nicht unterwegs verloren geht, vor allem nicht in London Heathrow, und ich es 3) in Berlin auch wieder zusammengebaut bekomme :-D Wünscht mir Glück!!!

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Strand und Stadt

14. März 2009 · Keine Kommentare

Arambol ist, so koennte man wohl sagen, ganz nett. Als ganz nett bezeichnet man ja landlaeufig Dinge, die einem mehr ein muedes Laecheln abringen als dass sie zu Begeisterungsstuermen veranlassen. Das Woertchen “nett” soll ja angeblich auch in einer geschwisterlichen Beziehung juengerer Art zu dem ausgewachsenen Wort “Scheisse” stehen. Nun, ganz so hart wuerde ich es nicht formulieren. Aber ich haette mir auch von Arambol wieder ein bisschen mehr erhofft als ich dann letztendlich zu sehen bekam. Der grosse Hauptstrand ist unspektakulaer und leider auch ganz schoen dreckig. Allerdings gibt es ein bisschen versteckt noch eine kleine Bucht, wo der Strand idyllischer und schoener ist. Aber mit Palolem, dem ersten Traumort meiner Goareise, konnte das dann doch nicht konkurrieren.

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The Beach Files

11. März 2009 · 1 Kommentar

Nachdem ich Jessy gestern Abend nicht ohne Widerwillen in den Bus zurueck nach Bombay gesetzt habe, habe ich Palolem heute Morgen selbst verlassen. Davon getrieben, noch etwas anderes von Goa zu sehen, fuehrte mich mein Weg heute in den Norden nach Anjuna, einem Strand der einst besonders fuer seine Partykultur und Hippyexzesse beruehmt war. Das ist aber weniger der Grund fuer meine Reise hierher, sondern der allseits angepriesene Flomarkt, der hier mittwoechlich stattfindet. Da es ja Ende Maerz wieder nach Hause geht, dachte ich, dass dies ein toller Souveniereinsammelpunkt sein koennte. Ich sollte mich allerdings getaeuscht haben.

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From Bombay to Goa

7. März 2009 · 1 Kommentar

Am vergangenen Montag hat mein Praktikum bei PUKAR geendet. Ich habe fuer meine Kollegen eine einstuendige Abschlusspraesentation gehalten und meine Forschungsergebenisse vorgestellt, jedenfalls soweit sie bereits ausgewertet waren. In die Praesentation habe ich ausserdem einige demokratietheorethische Ueberlegungen eingebaut und in der anschliessenden Diskussion festgestellt, dass das Demokratiekonzept hier doch ein kleines bisschen von unserem abweicht. Institutionell scheint Demokratie zwar zu funktionieren, in der politischen Kultur hat sich die Idee vom freien Diskurs der Ideen allerdings noch nicht gefestigt.

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„Valkyrie“ im indischen Kino

27. Februar 2009 · Keine Kommentare

valkyrie

Bombays Kinos zeigen seit einer Woche den Kinofilm „Valkyrie”, der bei uns unter anderem wegen der Scientology-Anhaengerschaft des Hauptdarstellers Tom Crouise  schon seit Monaten kontrovers diskutiert wird. Natuerlich war ich neugierig auf den Film - nicht nur weil ich sehr an der Konstruktion von Historizitaet im Spielfilm interessiert bin, sondern auch weil der Streifen trotz aller Kontroverse gar nicht mal schlechte Kritiken bekommen hat.

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Noch mehr neue Bilder

24. Februar 2009 · Keine Kommentare

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Bild der Woche

23. Februar 2009 · Keine Kommentare

Eine außergewöhnliche Situation am Bahnhof Bandra: Eine Gruppe Frauen die sich gegenseitig die Läuse aus den Haaren zupfen.

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